Mit Mitarbeitern restrukturieren – Motivation?

Motivation von Mitarbeitern

Mit weniger Mitarbeitern die Motivation halten…ein schwieriges Unterfangen.

Ich habe einen Termin für ein weiteres Interview in einem kleinen Betrieb in der Nähe meiner Heimatstadt in Erlangen bekommen. Die Firma ist ein Produktionsbetrieb aus dem chemieverarbeitenden Gewerbe. Ich wurde vom Betriebsleiter Herrn Kaller(Name geändert) am Empfang abgeholt und wir gingen durch den langen Verwaltungsbau in ein Besprechungszimmer.

„Wir waren mal ca. 75 Mitarbeiter hier am Standort!“ sagte Herr Kaller zur Eröffnung des Gesprächs „Heute befindet sich das Unternehmen in der Restrukturierung. Wir sind wie viele andere kleinere Betriebe, von einem größeren Unternehmen übernommen worden. Die Übernahme versprach für beide Firmen einen Zugewinn, um sich auf dem stark umkämpften Markt zu behaupten. Jedoch wussten wir aber auch, dass es ohne größere Veränderungen in unserem Betrieb nicht einhergehen würde…und genauso kam es denn auch.“

Ich stehe hinter der Unternehmensentscheidung!

Herr Kaller fuhr fort: „Trotzdem stehe ich hinter der Entscheidung der Firma, wenn auch jetzt schmerzliche Einschnitte in einigen Bereichen umgesetzt werden müssen!“ Er erzählte, dass sie Synergien nutzen müssen, da die ‚Sicherheitspolster’, die sie mit der Übernahme durch bessere Verkäufe angesammelt hatten, über die Zeit Stück-für-Stück regelrecht wieder ‚weggefressen’ wurden.

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Die Geschäfts- und Betriebsleitung merkte sehr schnell, dass jetzt gehandelt werden muss, denn sonst steht die Existenz der gesamten Firma auf dem Spiel!

Ab hier wurde Herr Kaller sichtlich ernst. Er sprach dennoch mit spürbar großer Überzeugung weiter: „Ich musste ab sofort schwierige Kündigungsgespräche mit Mitarbeitern führen…glauben Sie mir, das war nicht einfach. Aber ich stehe felsenfest hinter der Entscheidung und somit spürte ich, dass ich zwar jetzt einigen Menschen Schmerz zufügen muss, aber dadurch den anderen verbleibenden den Arbeitsplatz sichern konnte!“ Ich fragte ihn, wie er persönlich diese Gespräche menschlich ‚verdaut’ hat: „Überraschend gut! Ich glaube, da hilft auch, dass wir ein kleines Unternehmen sind und wir uns alle kennen und darin einschätzen können, dass wir bei dem was wir tun, auch ehrlich zueinander sind.“

Klare Kommunikation mit Mitarbeitern- Ein Motivationsfaktor

Herr Kaller fügte hinzu: “Das ist für mich ein großer Motivationsfaktor, dass wir direkt mit unseren Mitarbeitern kommunizieren können! Anders als in Großkonzernen, haben wir keine großen Hierarchie-Kaskaden, wenn Entscheidungen getroffen und umgesetzt werden müssen. Es gibt also immer einen direkten Bezug vom Entscheiden zum Tun. Trotzdem muss ich stets einen Weg bei der Kommunikation wählen, der den Mitarbeitern nicht zu viel ‚Management-Theorie’ zumutet, sondern ihnen ein Gefühl gibt, dass meine Entscheidungen plausibel und nachvollziehbar sind.“

„Das heißt aber nicht, dass sie immer auch kritiklos hingenommen werden!“

Herr Kaller schmunzelte ein wenig und führte weiter aus: „Jetzt, aufgrund der Reorganisation, waren auch Zweige der Produktion auf ihre Produktivität hin neu zu betrachten und zu verändern. Bei diesem Vorhaben keimte bei einigen Mitarbeitern, was ich verstehen konnte, Widerstand auf. Dies wurde deutlich, als sie erkannten, dass sie andere Aufgaben übernehmen und andere abgeben sollten.“ Herr Kaller ergänzte: “Sie sagten, was sie denn jetzt noch alles bei gleichem Lohn und sinkenden Zusatzleistungen machen sollen!“ Ich fragte ihn, wie er ihnen entgegnete und er sagte: “Ich nehme kein Blatt vor den Mund und spreche das an, was anzusprechen ist. Ich konnte dabei auch vieles relativieren und die Ängste reduzieren. Natürlich nicht alles, weil ich selbst nicht alles weiß, was die Zukunft bringen wird. Es ist auch für mich ein Verlassen meiner Komfortzone, also das Betreten von Neuland…aber ich bin ehrlich und schätze die Meinung meiner Mitarbeiter hoch ein. Ich glaube, das spüren sie!“

Herr Kaller gab sein Fazit des Gesprächs in dem er zum Ausdruck brachte, dass gerade in Zeiten der Veränderung sich der bisherige vertrauensvolle Umgang mit den Mitarbeitern auszahlt. „Nicht taktieren, sondern gerade zu seiner Meinung stehen und sie auf Augenhöhe kommunizieren, auch wenn es schwierig wird!“ sagte er. „Es liegen auch viele Chancen in einer Veränderung. Jetzt denken wir zum Beispiel daran, den ein oder anderen Mitarbeiter weiter zu entwickeln, sodass er neue Aufgaben übernehmen kann!“

Mein Fazit:

Mich hat die Offenheit und Tiefe dieses Gespräches sehr berührt und in meiner Auffassung bestätigt, dass Motivation von Mitarbeitern eben nicht durch ‚Chakka-Chakka’, durch immer nur positive Ansprachen an die Mitarbeiter oder mit allzu großen Versprechungen für die Zukunft funktioniert. Sondern dass wir bereit sind den Weg jetzt gemeinsam zu gehen und alle darin zu unterstützen, ihren Teil dazu beizutragen!

Vielen Dank Herr Kaller für dieses sehr intensive und offene Gespräch!

Vielen Dank für das Lesen des Artikels!

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