Verbesserungsprozess

Es gibt nichts, was nicht noch verbessert werden kann!

Ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess – auch KVP oder Kaizen genannt – wird hauptsächlich in Unternehmen angewendet, um bestehende Produkte oder Prozesse permanent zu verbessern und wirtschaftlicher zu arbeiten, getreu dem Motto: Es gibt nichts, was nicht noch verbessert werden kann!

Bei allen Unterschieden bietet jeder kontinuierliche Verbesserungsprozess einen entscheidenden Vorteil: In ihn fließen die praktischen Erfahrungen aller Mitarbeiter ein, die in die laufenden Arbeitsprozesse eingebunden sind. Weil das häufig eine durchaus leidvolle Erfahrung sein kann, ist in etlichen Unternehmen, in denen der kontinuierliche Verbesserungsprozess schon einmal durchgeführt wurde, KVP zum Schimpfwort geworden: „Kannste Vergessen, Paul!“.

Warum das so ist? Weil ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess meist mit sehr viel Elan und Engagement eingeführt wird, dann aber genauso schnell wieder die Luft raus ist. Zurück bleiben unerfüllte Hoffnungen und Enttäuschungen auf beiden Seiten.

Erfolgsregeln für den kontinuierlichen Verbesserungsprozess

Darum ist die wichtigste Regel beim kontinuierlichen Verbesserungsprozess zur Vermeidung von Frustrationen und Enttäuschungen: Bleiben Sie am Ball! Kontinuität ist der Erfolgsfaktor Nummer 1 beim KVP. Daneben sollten noch weitere Regeln für einen erfolgreichen KVP beachtet werden:

Machen Sie sich als Chef bewusst, dass Ihre Mitarbeiter durch den täglichen Umgang mit den Produkten oder Fertigungsprozessen am besten wissen, was geht und was vielleicht nur sehr umständlich läuft. Dieses Wissen sollten Sie nutzen.

Ein KVP erfordert Geld und Manpower, und zwar fortlaufend. Das müssen Sie als Chef einplanen. Die Erfahrung zeigt: Es funktioniert einfach nicht, einen KVP ‚so nebenbei’ zu betreiben.

Natürlich muss nicht alles, was die Mitarbeiter an Ideen und Anregungen für eine Verbesserung generieren, auch umgesetzt werden. Aber Sie sollten sich hüten, eine Ablehnung stets mit dem Kostenargument zu begründen. Je öfter Sie so argumentieren, desto schneller machen Sie sich unglaubwürdig. Die Folge: Ein so betriebener KVP motiviert Mitarbeiter nur sehr schwach.

Alle Mitarbeiter in den KVP einbeziehen

Rechnen Sie auch mit unerwarteten Widerständen gerade aus Bereichen, wo Sie eigentlich die innovativen Mitarbeiter vermuten, etwa in Entwicklungsabteilungen. Diese Menschen reagieren oft zunächst einmal sehr zurückhaltend, manchmal sogar destruktiv oder aggressiv auf Verbesserungsideen. Schließlich haben sie doch das Produkt/den Prozess mühevoll entwickelt oder zum Laufen gebracht. Und dann kommen andere daher, und bezweifeln die Richtigkeit und Funktion des erreichten Ergebnisses. Eine normale Reaktion, wie ich finde, die aber nicht so heftig ausfallen muss, wenn man genau diese Mitarbeiter von Anfang an mit einbezieht.

Bringen Sie alle Mitarbeiter aus der gesamten Wertschöpfungskette, also von der Planung bis hin zum Versand zusammen, um gemeinsam Verbesserungen umzusetzen. So entstehen nicht nur gute Ideen, sondern wächst auch das Gefühl der Gemeinsamkeit.

Und schließlich: Geben Sie Ihren Mitarbeitern nicht das Gefühl, dass eine Verbesserung Kritik an ihrer Arbeitsleistung der Vergangenheit ist.